Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland - Präsentationsfolien und Erläuterungen

2.3.4.1 Kinder- und Jugendplan des Bundes I

Das zentrale Förderinstrument für die Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene im Bereich des BMFSFJ ist der Kinder- und Jugendplan des Bundes. Das BMFSFJ, als fachlich zuständige oberste Bundesbehörde, soll die Tätigkeit der Jugendhilfe anregen und fördern, soweit sie von überregionaler Bedeutung ist und ihrer Art nach nicht durch ein Land allein wirksam gefördert werden kann (§ 83 Abs. 1 SGB VIII).

Vor 50 Jahren - am 18. Dezember 1950 - wurde im Deutschen Bundestag erstmals der Bundesjugendplan verkündet. Das 1993 in Kinder- und Jugendplan umbenannte Förderinstrument soll dazu beitragen, dass junge Menschen ihre Persönlichkeit frei entfalten, ihre Rechte wahrnehmen und ihrer Verantwortung in Gesellschaft und Staat gerecht werden können, so die aktuellen Richtlinien. Der Kinder- und Jugendplan soll das Zusammenwachsen der jungen Generation in Deutschland und Europa fördern und zur Verbesserung des Dialogs zwischen den Generationen sowie zur Integration der ausländischen Bürgerinnen und Bürger beitragen. Des weiteren soll er die Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene schaffen und sichern.

Durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes werden seit Jahrzehnten die geeigneten Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Infrastruktur an Jugendverbänden, Fachorganisationen der Kinder- und Jugendhilfe und Wohlfahrtsverbänden auf der Bundesebene gesichert, durch die ein gutes Niveau der institutionellen und verbandlichen Strukturen und der fachlichen Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe gewährleistet wird. Daneben werden durch die befristete Förderung von Modell- und Einzelmaßnahmen innovative Akzente und neue Ansätze in den unterschiedlichen Fachbereichen der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt und erprobt. Die Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Förderprogramme wird jährlich mit dem Bundeshaushalt veröffentlicht.

Die überarbeiteten Richtlinien für den Kinder- und Jugendplan des Bundes vom 19.12.2000 entwickeln Bewährtes fort und setzen darüber hinaus neue jugendpolitische Schwerpunkte, indem neue Förderziele wie die Stärkung der Medienkompetenz oder die Entwicklung von Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten im Kinder- und Jugendplan verankert werden. Aufgaben von besonderer Bedeutung, wie z. B. die Gleichberechtigung sowie Gender Mainstreaming, die Belange junger Menschen mit Behinderung, die Förderung eines demokratischen Wertebewusstsein und Verhaltens und die Stärkung des interkulturellen Gedankens, werden als Querschnittsaufgaben in allen Förderprogrammen des Kinder- und Jugendplans beachtet. Die vorgesehene Möglichkeit der Erleichterung im Auftragsverfahren sowie die Einführung so genannter echter Festbeträge sollen den Verwaltungsaufwand erheblich zurückführen.

Insgesamt sind im Kinder- und Jugendplan des Bundes 21 Hauptförderbereiche ausgewiesen (siehe Folie).

Literatur:

Deutscher Bundesjugendring (Hrsg.): Eine wechselvolle Geschichte. 50 Jahre Kinder- und Jugendplan des Bundes, Schriftenreihe des DBJR Nr. 34, Berlin 2001.
Kinder- und Jugendplan des Bundes (Richtlinien vom 19.12.2000), in: Gemeinsames Ministerialblatt vom 10.1.2001, hrsg. vom Bundesministerium des Innern; vgl. dazu auch die Änderungen zu den Richtlinien am 30.1.2003.


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