Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland - Präsentationsfolien und Erläuterungen

1.1.14 Partizipation


Wie bei den Erwachsenen dominieren auch bei jungen Leuten private Interessen; öffentliches Engagement (in Parteien, Kirchen, Gewerkschaften etc.) findet sich weniger ausgeprägt. Nur noch rund 16 % haben Interesse an politischem Engagement. Vorherrschend ist eine kritische Stimmung gegenüber den politischen Parteien. Jeder dritte Jugendliche sieht sich durch die bestehenden Parteien nicht vertreten. Es herrscht die Meinung vor, daß Staat und Parteien nicht genug für die Jugend täten. Es fehlt das Vertrauen, daß Parteien und Politik die anstehenden Probleme lösen (vgl. Übersicht).

Interesse und Engagement finden allerdings Gruppen und Initiativen (z.B. im Sport, Naturschutzgruppen, Tierschutz, Umweltprojekte), in denen Ideen sofort und sichtbar umgesetzt werden können und die eine längere zeitliche Verpflichtung und Bindung nicht voraussetzen.
"Wieviel Vertrauen bringst du diesen Organisationen entgegnen?" (Mittelwerte)

  • Umweltschutzgruppen:     3,5
  • Gerichte:      3,4
  • Menschenrechtsgruppen     3,4
  • Polizei:      3,3
  • Bürgerinitiativen:      3,1
  • Gewerkschaften:      3,1
  • Zeitungen:      3,1
  • Bundeswehr:    3,0
  • Fernsehen:      2,9
  • Bundesregierung:      2,7
  • Bundestag:      2,7
  • Arbeitgeberorganisationen:     2,6
  • Kirchen:      2,5
  • politische Parteien:     2,5

sehr viel Vertrauen = 5; sehr wenig Vertrauen = 1

Quelle: 13. Shell Jugendstudie 2000

Politik und Gesellschaft sind gefordert, über neue Beteiligungsangebote und -formen für junge Menschen nachzudenken, um die Selbstbestimmungsrechte und Mitwirkungsmöglichkeiten junger Menschen zu stärken (Initiativen: z.B. mehr Rechte für Schülervertretungen und Jugendvertretungen in den Betrieben, Kinder- und Jugendparlamente mit Entscheidungsrechten, Sicherung von Beteiligungsrechten in der Jugendhilfe, Herabsetzung des Wahlalters). Interessenvertretung und Beteiligung durch und in der Kinder- und Jugendhilfe ist gefordert (Lobby für junge Menschen).

Literatur:
Deutscher Bundesjugendring (Hg.): Materialien Nr. 26 Jung und (un)beteiligt. Bonn 1995


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