Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland - Präsentationsfolien und Erläuterungen

3.2.1 Jugendarbeit

Kinder- und Jugendarbeit (§§ 11 und 12 KJHG) richtet sich an junge Menschen bis zu 27 Jahren, findet in der Regel in deren Freizeit und in den Ferien statt. Sie ist geprägt durch die Freiwilligkeit der Teilnahme und muss sich an den Interessen und Wünschen der jungen Menschen orientieren Oft ist sie am wirksamsten, wenn sie von den jungen Menschen selbst geplant, gestaltet und angeboten wird.

Jugendarbeit bietet Kindern und Jugendlichen Räume und Möglichkeiten. Toleranz und Solidarität, Bindungs-, Dialog- und Kompromissfähigkeit sowie die Wahrnehmung von Interessen einzuüben. Viele Funktionsträgerinnen in Staat und Gesellschaft sind durch Jugendgruppen und - verbände geprägt worden.

Jugendarbeit bietet jungen Menschen ein Erfahrungsfeld für Gemeinschaft mit Gleichaltrigen, in dem sie ihre Interessen zur Geltung bringen und vertreten, an eigenen Erfahrungen lernen und Verantwortung übernehmen können.

Zwischen 20% und 40% der Kinder und Jugendlichen gehören einem der zahlreichen Jugendverbände an (z.B. Deutsche Sportjugend, Evangelische Jugend, Bund der Katholischen Jugend, Sozialistische Jugend Deutschlands "Die Falken", Gewerkschaftsjugend, Naturfreundejugend, Pfadfinder usw.). Die wichtigsten Aufgaben dieser freiwilligen Zusammenschlüsse junger Menschen sind Freizeitgestaltung und Interessenvertretung. Freiwilligkeit, Wertgebundenheit, Selbstorganisation und Ehrenamtlichkeit sind dabei sehr wichtig.

Die Jugendverbände und die kommunalen Jugendämter betreiben Jugendzentren und Jugendclubs, die von allen Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit besucht werden können.

Jugendfreizeitstätten, die meist täglich geöffnet sind, sind als wichtige Infrastrukturangebote im Freizeitbereich nicht mehr wegzudenken. Sie bieten Platz für sportliche, musikalische, handwerkliche und künstlerische Aktivitäten. Hier kann man sich aufhalten, um Freunde und Bekannte zu treffen, insbesondere wenn man über wenig Geld oder über wenig Raum in der eigenen Wohnung verfügt.

Nicht selten kann durch die offene Jugendarbeit eine festere Bindung zu einer Jugendgruppe oder einem Verband entstehen.

Die ehren- und hauptamtlichen Fachkräfte der Jugendfreizeitstätten sind oft wichtige Ansprechpartnerinnen von Jugendlichen, die wegen ihrer persönlichen, schulischen, familiären oder beruflichen Probleme dringend auf Beratung angewiesen sind.

Literatur:

Schulz, H.: Jugendarbeit in ihrer Differenziertheit, in : AGJ, Reader Jugendhilfe. Bonn 1996
Deinet, U./Sturzenhecker, B. (Hg.): Handbuch offene Jugendarbeit. Münster 1997

zurück zur Folie